Wer sich als Physiotherapeutin oder Physiotherapeut selbstständig macht, denkt zuerst an Zuweiser, Patientenstamm und Ausstattung. Die Praxisräume entscheiden aber mit darüber, wie gut der Alltag läuft. Eine Physiotherapie-Praxis braucht mehr als einen Schreibtisch und eine Liege: Gearbeitet wird in Bewegung, Patientinnen und Patienten kommen nach Operationen, mit Krücken oder Rollator, und für aktive Therapie braucht es Platz.
Wir planen, bauen und vermieten als Bauträger im Großraum Innsbruck auch Praxisflächen. In diesem Beitrag geht es um die Räume: welche Bereiche eine Physio-Praxis braucht, worauf Sie bei Boden, Klima und Barrierefreiheit achten, wann sich eine Praxisgemeinschaft lohnt und ob Mieten oder Kaufen besser passt. Berufsrechtliche Fragen klären Sie mit Physio Austria und der zuständigen Behörde.
Der Berufssitz kommt vor der Meldung
Die freiberufliche Ausübung der Physiotherapie wird nach dem MTD-Gesetz 2024 bei der Bezirksverwaltungsbehörde gemeldet, in deren Bereich der geplante Berufssitz liegt. Für die Stadt Innsbruck ist das der Stadtmagistrat, für Gemeinden im Bezirk Innsbruck-Land wie Rum die Bezirkshauptmannschaft Innsbruck. Voraussetzung ist die Eintragung im Gesundheitsberuferegister. Praktisch heißt das: Die Räume sollten feststehen, bevor Sie die Meldung abgeben, denn die Adresse der Praxis gehört dazu. Welche Unterlagen aktuell verlangt werden, erfahren Sie bei der Behörde oder bei Physio Austria.
Welche Räume eine Physiotherapie-Praxis braucht
Wie viel Fläche nötig ist, hängt davon ab, wie viele Therapeutinnen und Therapeuten gleichzeitig behandeln und wie viel aktive Therapie Sie anbieten. Hilfreicher als eine Quadratmeterzahl ist eine Liste der Bereiche:
| Bereich | Wofür | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Behandlungsraum je Therapeut | Einzeltherapie an der Liege | Platz rund um die Liege, Handwaschbecken, Sichtschutz zum Fenster |
| Raum für aktive Therapie | Übungen, Kleingeräte, kleine Gruppen | rutschfester Boden, ausreichende Raumhöhe, gute Lüftung |
| Empfang und Wartebereich | Termine, Abrechnung, Wartezeit | Blick zur Eingangstür, Sitzplätze auch für Begleitpersonen |
| Umkleide, WC und Dusche | Patienten und Team | barrierefreies WC, Dusche nach der Trainingstherapie |
| Büro und Dokumentation | Befunde, Abrechnung, Telefon | abschließbar, Netzwerkanschluss, vom Wartebereich nicht einsehbar |
| Lager | Liegen, Geräte, Handtücher, Verbrauchsmaterial | außerhalb der Therapieräume |
Als Beispiel unsere Fläche in Rum: Die Behandlungsräume 01 und 02 mit 13,20 und 13,30 m² eignen sich für die Einzeltherapie, Raum 03 mit 19,65 m² für aktive Therapie mit Kleingeräten. Der 8,90 m² große Raum, im Plan als Labor eingezeichnet, nimmt Büro und Dokumentation auf. Dazu kommen Empfang und Wartebereich, ein Bad mit Dusche und 52,15 m² Lager im Untergeschoss.
Boden, Klima und Strom: was im Alltag zählt
- Barrierefreier Zugang: Wer nach einer Knie- oder Hüftoperation kommt, schafft keine Stiegen. Ein Lift oder Treppenlift ins Obergeschoss ist Pflicht, kein Extra.
- Parkplätze nah am Eingang: Ein Stellplatz vor der Tür ist für viele Patienten wichtiger als die Adresse.
- Warme Räume: Patienten sind bei der Behandlung oft leicht bekleidet. Eine Fußbodenheizung hält die Räume gleichmäßig warm, ohne dass Heizkörper an der Wand im Weg stehen.
- Boden: fugenarm, leicht zu reinigen und rutschfest, auch mit nassen Schuhsohlen im Winter.
- Schallschutz: Gespräche im Behandlungsraum sollen im Wartebereich nicht zu hören sein. Massive Ziegelwände leisten hier mehr als leichte Trennwände.
- Strom an der richtigen Stelle: Als Elektromeister sehe ich oft, dass Geräte für Elektrotherapie, Ultraschall oder höhenverstellbare Liegen an Verlängerungskabeln hängen. Planen Sie Steckdosen direkt an jedem Behandlungsplatz ein, dazu einen Netzwerkanschluss für Terminkalender und Abrechnung.
Allein starten oder als Praxisgemeinschaft
Viele Therapeutinnen und Therapeuten starten nicht allein. In einer Praxisgemeinschaft teilen sich mehrere Selbstständige Empfang, Wartebereich, Nebenräume und die Fixkosten, behandeln aber jeweils auf eigene Rechnung. Das senkt das Risiko in der Anfangszeit und macht die Praxis für Patienten attraktiver, etwa wenn Physiotherapie, Ergotherapie und Heilmassage unter einem Dach liegen.
Damit das im Alltag funktioniert, sollten Sie diese Punkte schriftlich regeln:
- Wer ist Mieter oder Eigentümer, und dürfen die anderen untermieten?
- Wie werden Miete, Betriebskosten und gemeinsame Anschaffungen aufgeteilt?
- Wer nutzt welchen Behandlungsraum zu welchen Zeiten?
- Was passiert, wenn jemand aussteigt oder eine neue Kollegin dazukommt?
Ein Rechenbeispiel mit unserer Fläche in Rum: Die Gesamtmiete für Einheit 02 inklusive Lager und drei Stellplätzen beträgt € 2.287,70 netto im Monat. Teilen sich drei Therapeutinnen und Therapeuten die Fläche, sind das rund € 763 netto pro Person, dazu kommen die Betriebskosten.
Mieten oder kaufen
Für den Start ist Mieten meist die bessere Wahl: Das Kapital bleibt frei für Liegen, Geräte, Software und die ersten Monate, und Sie sehen, ob der Standort trägt. Wer dagegen einen festen Patientenstamm hat und langfristig bleiben will, sollte den Kauf durchrechnen. Statt Miete zu zahlen, bauen Sie Vermögen auf, und eigene Praxisräume lassen sich später an eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger vermieten.
Bei der Umsatzsteuer gelten für Gesundheitsberufe eigene Regeln, die sich auf Miete und Kauf auswirken. Vergleichen Sie Angebote deshalb erst nach Rücksprache mit Ihrer Steuerberatung. Eine ausführliche Gegenüberstellung finden Sie im Beitrag Gewerbeimmobilie kaufen oder mieten.
In Rum ist beides möglich. Einheit 02 lässt sich auf Anfrage als Paket kaufen, alternativ das ganze Gebäude mit den vermieteten Einheiten im Erdgeschoss: Details im Verkaufsinserat. Zur Miete ist die Fläche sofort verfügbar: Praxisräume in Rum bei Innsbruck mieten.
Ablauf: von der Flächensuche bis zur ersten Behandlung
- Konzept festlegen: allein oder als Praxisgemeinschaft, Zahl der Behandlungsräume, Anteil aktiver Therapie.
- Standort eingrenzen: Einzugsgebiet, Parkplätze, Bus, zuweisende Ärztinnen und Ärzte in der Nähe.
- Flächen besichtigen, am besten mit einer Skizze der gewünschten Raumaufteilung.
- Miet- oder Kaufvertrag abschließen, mit „Physiotherapie-Praxis“ als Verwendungszweck und bei einer Praxisgemeinschaft mit Erlaubnis zur Untervermietung.
- Freiberufliche Tätigkeit mit der Adresse des Berufssitzes bei der Behörde melden.
- Ausbau und Einrichtung: Handwaschbecken, Steckdosen an den Liegen, Netzwerk, Beschilderung.
- Eröffnung und erste Patienten.
Muss eine Bestandsfläche erst umgebaut werden, etwa für ein barrierefreies WC oder zusätzliche Handwaschbecken, übernehmen wir das als Generalübernehmer: Wir planen, vergeben, beschaffen das Material und beaufsichtigen die Arbeiten, ausgeführt wird von konzessionierten Tiroler Fachbetrieben. Weil wir Material gebündelt über unsere laufenden Projekte einkaufen, ist das in der Regel günstiger als die Direktvergabe. Einzelne Gewerke wie die Elektroinstallation übernehmen wir auch als Einzelauftrag. Mehr dazu unter barrierefreier Umbau.
Häufige Fragen
Wer darf eine Physiotherapie-Praxis eröffnen?
Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten mit Berufsberechtigung in Österreich, die im Gesundheitsberuferegister eingetragen sind und die freiberufliche Tätigkeit bei der für den Berufssitz zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde melden. Die Einzelheiten erfahren Sie bei Physio Austria oder bei der Behörde.
Wie groß sollte eine Physiotherapie-Praxis sein?
Als Faustregel braucht jede Therapeutin und jeder Therapeut, die gleichzeitig arbeiten, einen eigenen Behandlungsraum. Dazu kommen Empfang und Wartebereich, Sanitär mit Dusche und ein Lager, bei viel aktiver Therapie auch ein größerer Übungsraum. Unsere Fläche in Rum mit 114,70 m² und separatem Lager bietet drei getrennte Therapieräume und eignet sich für zwei bis drei Therapeutinnen und Therapeuten.
Was kostet es, eine Physiotherapie-Praxis zu eröffnen?
Die größten Posten sind die Räume, die Einrichtung mit Liegen und Geräten und die Anlaufphase, bis der Terminkalender voll ist. Bei den Räumen macht vor allem der Umbau den Unterschied: Eine Neubaufläche, die bereits barrierefrei ist und Netzwerk in jedem Raum hat, braucht kaum Ausbau. Eine ältere Wohnung oder Bürofläche kann dagegen erhebliche Umbaukosten verursachen.
Eignet sich die Fläche in Rum für eine Praxisgemeinschaft?
Ja. Mit Empfang, Wartebereich und drei getrennten Räumen können sich zwei bis drei Therapeutinnen und Therapeuten die Einheit teilen. Sie kann gemietet oder auf Anfrage als Paket gekauft werden.
Fazit
Eine Physiotherapie-Praxis steht und fällt mit Räumen, in denen sich Patienten sicher bewegen und Therapeuten ohne Umwege arbeiten können: barrierefrei, warm, mit genug Platz an der Liege und Steckdosen dort, wo die Geräte stehen. Klären Sie Fläche und Vertrag, bevor Sie den Berufssitz melden, und rechnen Sie bei einem festen Patientenstamm auch den Kauf durch.
Sie suchen Praxisräume im Großraum Innsbruck oder möchten eine Fläche umbauen? Rufen Sie uns an unter +43 699 19000019, schreiben Sie an info@mce-baukonzepte.com oder vereinbaren Sie direkt eine Besichtigung in Rum.



